"Let me fall if I must fall.
The one I will become will catch me." 

Baal Shem Tov


Mein Leben sah von außen erfolgreich & erfüllt aus:

Ich hatte

  • längere Auslandsaufenthalte erlebt (Israel, Portugal, Brasilien, México, Spanien),

  • ein Doppelstudium abgeschlossen (Diplom in Tropenökologie; Magister in Erkenntnisgeschichte/ Philosophie/ Politikwissenschaften),

  • verschiedene Stipendien verliehen bekommen,

  • in internationalen Wissenschaftskontexten geforscht und war für meine Dissertation am renommiertesten portugiesischen sozialwissenschaftlichen Institut angenommen worden.


Ich hatte

  • mir einige meiner Träume erfüllt (Leben im Kibbutz, 6-monatige Forschung im Regenwald, diverse Reisen),

  • ein reges und vielschichtiges Kulturleben, sprach mehrere Sprachen fließend und pflegte enge Freundschaften in unterschiedlichen Teilen der Erde.

 

Ich hatte mich für meine Leidenschaften eingesetzt und das möglich gemacht, wovon ich träumte.

 

Und dennoch - ich fühlte mich leer.

Ich war oft angespannt - sowohl mit mir allein, als auch neben anderen Menschen:
Ich war ständig damit beschäftigt, was ich noch besser machen, und was andere über mich denken könnten.

Ich hatte keine nährende Verbindung zu mir selbst -
so ging ich oft über meine Grenzen und konnte das, was ich erreicht hatte (und was ich liebte!) nicht voll spüren und genießen.

Ich war erschöpft, fühlte mich getrieben und fremd- statt selbstbestimmt.
Denn ich sah mich von außen, anstatt mich von innen zu spüren -
und mein Blick war oft erbarmungslos.

Scham & Schuld waren meine ständigen Begleiter.

Ich hatte viel Sehnsucht, eine große Neugierde, war hungrig nach Leben.
Ich war ständig auf der Suche und kam dabei nie wirklich an.